Arbeitsgemeinschaft SCIPHOX GbR mbH
An der Schanz 1
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Priv.Doz. Dr. Bernd Blobel, Dr. Kai U. Heitmann, Hans-Joachim Görke

Die Clinical Document Architecture (CDA) gilt als erster national verabschiedeter und anerkannter Standard für Gesundheitsinformationen auf der Basis von XML. Im Vordergrund steht hier das Dokumentenparadigma. Klinische Dokumente persistieren (im Gegensatz zu Nachrichten, die zum temporären Austausch von Informationen genutzt werden). Sie bewahren konzeptionell den Kontext der Gesundheitsinformationen und stellen eine optimale Grundlage für Anwendungen dar, die sich zwischen der klassischen hochstrukturierten Datenerfassung (Datenbankfelder) und den üblicherweise narrativen Aufzeichnungen der heutigen Gesundheitsdokumentation befinden.

Die technischen Voraussetzungen zum Einsatz von CDA sind vergleichsweise gering und passen sich an die Möglichkeiten der Anwendungen an. Durch die Nähe zur gewohnten Art und Weise der Dokumentation ist die Compliance der Nutzer (z.B. Ärzte) hoch. Dies sind, neben noch einigen weiteren Beweggründen, auch die Ursachen für die vielen internationalen Projekte auf der Basis der CDA.

Das Release 1 von CDA ist ANSI Standard seit Ende 2000 und beruht auf der damaligen Version des Referenz Informations Modells (kurz RIM) in der Version 0.98. CDA wurde seither von einer großen Zahl von Ländern in Projekten und zur definitiven IT-Versorgung eingesetzt. Im Rahmen des PICNIC Projekts spielt CDA eine wichtige Rolle, die Knochenmarks-Transplantations-Dokumentation in Israel ist ein weiteres Projekt. Finnland hat CDA als nationale Strategie für die Unterstützung der Gesundheitsprozesse gewählt.

Das Release 2 der CDA basiert auf dem RIM in der Version 2.0 und befindet sich noch in der Abstimmungsphase. Mit einer Verabschiedung als ANSI Standard ist in 2004 zu rechnen. Die beiden Releases sind aufwärtskompatibel, Release 2 nutzt vollständig das HL7 Developement Framework.

Eine nationale Adaption des globalen Standards der Clinical Document Architecture stellt seit Anfang 2000 das deutsche SCIPHOX Projekt dar, das auf dem CDA Release 1 beruht. Dieses als zunächst in loser Zusammenarbeit

  • der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV),
  • des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI),
  • der HL7-Benutzergruppe Deutschland
  • Anbietern von Praxis- und Krankenhausinformationssystemen
  • sowie den Universitäten Gießen und Köln

ins Leben gerufene Projekt widmete sich in der Phase I des Projekts einerseits der Einweisung/Überweisung vom Niedergelassenen an die entsprechende Krankenhausabteilung/den Facharzt und andererseits dem "Entlassbrief " mit Diagnosen, Therapien, Informationen zur Weiterbehandlung und Medikation nach Beendigung der Fachbehandlung. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden die genauen Verwendungen der Informationen im so genannten Header, wo unter anderem der Patient und die in die Dokumentation involvierten Personen zu finden sind, auf nationale Verhältnisse adaptiert. Da die klinische Dokumentation im Release 1 überwiegend narrativ strukturiert ist, gibt hier SCIPHOX vor, wie zum Beispiel ein Kurzentlassbrief als CDA-Dokument erstellt werden soll. Darüber hinaus werden proprietäre Informationen (z. B. Versicherungsinformationen) oder solche, die vom Granularitätsgrad des Release 1 noch nicht abgedeckt sind, in so genannten Small Semantic Units wiedergegeben. Sowohl spezifizierte (nationale) Dokumente (z.B. Einweisung, Rezept, DMP-Bögen) als die in diesen Dokumenten zu Grunde liegenden Bausteine (SSUs) werden im Rahmen dieser Arbeitsgemeinschaft SCIPHOX GbR mbH formal abgestimmt und veröffentlicht. Sie werden entworfen in enger Anlehnung an die zu erwartenden Informationsblöcke innerhalb des Release 2. Die Entwicklungen der SCIPHOX Gruppe fließen zurück in die internationale CDA Standardentwicklung.

Die EHR-Architekturparadigmen gehen über die CDA-Spezifikationen hinaus. Sie basieren auf einer modellgetriebenen Architektur von komponentenorientierten Systemen. Die Komponenten beschreiben statische und dynamische Konzepte, die domänenbezogen durch Constraint Models beschrieben werden. Für die Modellierung werden Metasprachen eingesetzt. CDA-Komponenten beschreiben einige der erforderlichen Konzepte. Zur Sicherung der Interoperabilität sind Referenzmodelle und abgestimmte Vokabularien zu definieren, wobei auf das HL7 RIM und Vocabulary zurückgegriffen wird. Der Unterschied zwischen CDA-Komponenten und Architekturkomponenten liegt in der Operationalität der letzteren im Vergleich zum statischen Charakter der CDA. Gemeinsame Referenzen, gemeinsame Basiskonzepte und - zumindest teilweise gemeinsame Methodologien und Tools - sichern aber die Kohärenz die verschiedenen Ansätze.